Aktueller Zustand
Unsere Arbeit und Ergebnisse im 1. Halbjahr des Schuljahres 2008-2009

Die erste Hälfte des Schuljahres ist in Moldau vorbei. In den Klassenbüchern stehen viele „ungarische” Noten und auf den Anwesenheitslisten der aussenschulischen Programme sammelten sich viele rote Punkte und auch einige kleine schwarze.
Eine der größten Ergebnissen des Halbjahres ist, dass die ungarische Bildung in Szitás ermöglicht wurde. Was seitdem da geschah, könnte ein Symbol sein für dieses Halbjahr und auch für das ganze Bildungsprogramm in Moldau. Die Geschehnisse in Szitás symbolisieren unseren jahrelangen –oft ausweglos scheinenden- Kampf.
Als unsere zwei neue Kollegen ihre Arbeit begannen, kamen immer mehr Kinder zu ihnen. Tag für Tag wuchs die Zahl der neuen Interessenten und nahmen an den Stunden im vom Verein gemieteten Bauernhaus teil. Es war große Freude für uns, da ein alter Traum in Erfüllung kam: endlich können wir am Fluß Tatros unterrichten. Dann kamen regelmäßige Beschwerde von den Szitáser katholischen Priestern, von der Bürgermeisteramt und von der Polizei. Sie haben uns gebeten mit dem ungarischen Unterricht gleich aufzuhören und wenn wir es nicht tun... und hier kam eine lange Liste von Retorsionen. Wir haben zwar mit dem Unterricht nicht aufgehört, aber unsere Freude (und auch die der Kinder und Eltern) wurde bisschen verdorben.
Unter solchen Umständen arbeiten wir seit 9 Jahren und dieses Jahr erreichten wir, dass wir in 20 Ortschaften in ungarischer Sprache unterrichten.
Damit unsere im Laufe der Zeit sehr groß gewordene Organisation weiterhin durchsichtig und möglichst einfach funktionieren kann, gaben wir den größeren und stärkeren Orten mehr Autonomie. Das bedeutet, dass die Interessenvertretung, gegenseitige Hilfeleistung und fachliche Fragen weiterhin gemeinsam besprochen werden, aber in anderen Fragen bekommen die einzelnen Bildungsorte mehr Autonomie.
Wir möchten, dass unsere Lehrer und die Pateneltern eine noch engere Beziehung haben. Wir möchten Ihre Bitten und Meinungen auch persönlich hören, deshalb haben wir mit dem Verein der Pateneltern entschieden, dass wir jeden zweiten Samstag im Monat ein Treffen organisieren, wo auch einige Lehrer aus den Tschango-Dörfern anwesend werden. Besuchen Sie diese Programme, helfen Sie uns mit Ihrer Meinung!
Zum ersten Mal während der Geschichte der ungarischsprachigen Bildung in Moldau entstand ein Lehrplan, der nach der Zulassung des rumänischen Bildungsministeriums als offizielles Mittel bei der Arbeit unserer Lehrer helfen kann. In Betracht ziehend des erwähnten Lehrplans erschien in der ersten Hälfte dieses Schuljahrs ein zweibändiger Textsammlung extra für die Tschango-Ungarischen-Kinder. Natürlich werden sie im Unterricht bereits verwendet.
Wir haben noch viele Arbeit, da es noch ca. 25-30 Dörfern gibt, wo der ungarischsprachige Unterricht organisiert werden muss, wo wir den Kindern einen Chance geben müssen ungarisch lernen zu können. Ich glaube weiterhin, dass wir auch trotz der Wirtschaftskrise unsere Position an den bisher „eroberten” Orten halten können und dass wir für je mehr Kinder eine ungarischsprachige Bildung von bester Qalität sichern können. Und wenn es möglich ist, sollen wir in noch mehr Dörfern den ungarsichen Unterricht organisieren. Ich glaube auch, dass Sie, die Unterstützer unserer Schüler bei dieser Arbeit helfen werden. Ohne Ihre Hilfe würde unsere Arbeitslust, Wille umsonst und unsere Lehrer könnten nicht arbeiten.
Wir sind sicher, dass die ungarische Leute westlich der Karpaten uns nicht in Stich lassen werden, weil wir für ein gemeinsames Ziel verantwortlich sind. Dieses Schuljahr wurde diese Verantwortung noch größer: nicht nur die Zahl der Orte und Lehrer wuchs (in 20 Ortschaften, neben den Schülern, die im Gymnasium weiterlernen und im Bákóer Büro arbeiten insgesammt 51 Kollegen), sondern die Zahl der Schüler, die im ungarischen Bildungssystem weiterlernen, wuchs. (wir müssen für 80 Schüler einen Platz im Schülerwohnheim sichern!). Was eine erfreuliche Nachricht ist: die Zahl der ungarischen Kindergartengruppen in Moldau wuchs. Die Großen dürfen wir im Schülerwohnheim nicht allein lassen, es ist unsere Verpflichtung, sie mindestens 4 Jahre lang zu unterstützen, bis sie die Abitur bestehen. Die immer größer werdende Zahl der Kinder im Kindergarten zeigt die Sucht der Eltern und der Kinder nach der ungarischen Sprache.
So stehen wir hoffnungsvoll vor dem neuen Halbjahr und hoffen, dass wir je mehr rote Punkte sammeln werden.
hochachtungsvoll:


Attila Hegyeli, Verantwortlich für die Bildung im Verband der Moldauer Tschango-Ungarn

 

Übersetzt aus dem Ungarischen von: Adrienn László-Gárdonyi 


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