STELLUNGNAHME
zur Schutz der Rechte der Tschango-Ungarn in Moldau

Der Antwortbrief vom römisch-katholischen Komitatsbischof Petru Gherghel, in Jászvásár an László Tőkés, reformierten Bischof, Vertreter im Europaparlament, bestätigt die Notwendigkeit der Hilfsaktion für die Tschangos, die vom Nationalrat der Siebenbürgen Ungarn gekündigt wurde.


Nicht nur die Suche nach einer Lösung, sondern auch ein konstruktiver Dialog wird unmöglich, als der hochgeachtete Bischof die Muttersprache und Identität der seit mehreren Jahrhunderten in Moldau lebenden Tschangos in Frage stellt. Er argumentiert so, dass ein jeder seine Identität frei wählen kann, was in diesem Fall eine sinnlose, die Wahrheit verborgene Antwort ist. Er meint, laut Daten der Volksabzählung sollen wir ausschließlich über römisch-katholische Gläubiger sprechen, die von rumänischer Nationalität sind.


In dieser Logik lebt der Geist der Nationalkommunismus, dessen Wesen die Assimilation ist. Geschieht sowas trotz der offiziellen Stellungnahme der rumänischen Staatspräsident und Parlament, in der sie die Sünden des Kommunismus verurteilt. So bestätigen sie die Behauptungen der sog. Tismăneanu- Meldung, die ein Dokument des rumänischen kommunistischen Systems ist. Im Dokument geht es um die gewaltige Assimilation der ungarischsprachigen Tschango- Ungarn, die bis heute ca. 60.000 sind.

Petru Gherghels Antwortbrief lässt die Meldungen des Raporteurs Tytti Isohookana Asunmaa ausser acht. (Dokument des Europarates, Nr. 9078/2001). Da werden Empfehlungen zur Schutz der Tschangos vom Europarat festgelegt, u.a. bezogen auf die Charta der Regionalen- oder Minoritätssprachen. Es wurde auch vom rumänischen Parlament entnommen.


Aber das größere Problem ist, dass die Bitten der Tschango-Ungarn in Iaşi (Jászvásár) ausser acht gelassen werden. Zum Beispiel im Jahre 1991 sandten die Tschangos aus Pusztina ein Bittgesuch an den Bischof von Iasi, in dem sie den Bischof bitten, ihnen zu erlauben ungarischsprachige Messen zu halten. Die Bitte wurde mit 200 Unterschriften bestätigt. Als Antwort folgte eine „Überprüfung der Frage an Ort und Stelle”, was an die dunkle Zeiten der Securitate (rumänische kommunisische Geheimdienst) erinnert. Vizebischof Grigore Duma hat die 200 Personen einzeln „verhört”, und in Folge dessen habe einige ihre Unterschrift zurückgezogen. Andere konnten nicht beängstigt werden, der Bischof ist ihnen seitdem mit einer schriftlichen Antowort schuldig.


Zitieren wir also aus dem Brief des Bischofs von Iasi: „Es wäre ein Zeichen der großen Hochachtung, ihren Aussagen vertrauen zu können, ihre Sitten und Glaube pflegen zu können und hoffen, dass sie mit allen in Frieden leben können.”


In der mehrsprachigen und bunten Gemeinschaft von Europa halten wir es unakzeptierbar, die Identität einer Gemeinschaft zu verleugnen. Wenn man das Recht des Vebandes der Tschango-Ungarn in Moldau e.V. entzieht, die kulturelle Identität zu pfelgen, ist es gleich mit dem völligen Ausserachtlassen der rumänischen Rechte.


Die nationalkommunistische Doktrine der „hetzende Fremden” bringt aber die gefährliche Frembdenhass näher.


Es ist traurig,dass mit dem Leiter der Moldauer römisch-katholischen Gläubiger, nämlich mit dem Leiter der tschango-ungarischen Gemeinden kein Dialog entstanden werden kann.


Trotzdem regen wir zwischen den Leitern der Tschango-Ungarn und den Leitern der römisch-katholischen Kirche in Jászvásár ein Dialog an, um die Frage beruhigend klären zu können.
 
Nagyvárad (Oradea), den 5. März, 2009

Das Präsidium des Nationalrat der Siebenbürgen Ungarn

 

Übersetzt aus dem Ungarischen von: Adrienn László-Gárdonyi

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